Posts mit dem Label Twitter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Twitter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

13. Juli 2017

Der G20-Gipfel und die Hysterie im Netz

Der G20-Gipfel vom Wochenende zeigte exemplarisch wie nie, wie Facebook, Twitter und Co. bei Berichterstattung funktionieren. Nämlich gar nicht. Es ist reine Hysterie. Über Twitter die aktuelle Protest-Lage beurteilen? Fast unmöglich. Der Stream der pointierten Sätze und scheinbar ikonischen Bilder reisst alles mit. Es ist ein System der Aufregung, es basiert auf Kicks  (was übrigens mit den Ausschreitungen korrespondiert) und die lautesten Stimmen gewinnen.
Eigenltich sollte man an solchen Tagen das Internet abschalten. Aber auch hier gilt Hegels Satz vom unglücklichen Bewusstsein: Wendet man sich von der Welt ab, wird man weltvergessen, wendet man sich der Welt zu, vergisst man sich selbst. Letzteres trifft wohl auf die Meisten zu.

30. Mai 2016

Das Unwetter und die Medien

Heute Nacht ist ein schweres Unwetter über Teile Süddeutschlands hinweggefegt. Es gab Tote und Verletzte. In Braunsbach, in der Hohenlohe im nördlichen Baden-Württemberg, sieht es aus, als wäre ein Damm einer Talsperre gebrochen: Es wirkt, als wäre ein Gewitter heruntergekommen, wie es im Schnitt nur alle 100 Jahre geschieht.
Der Wetterservice von Jörg Kachelmann, den ich auf Facebook abonniert habe, veröffentlichte den ganzen gestrigen Tag Warnhinweise. Etwa gab es mehrere Livestreams von Meterologen, mit vielen Detailvorhersagen. Mir war stundenlang klar, dass sich da etwas zusammenbraute, obwohl ich gar nicht in Süddeutschland wohne. Verließ man sich dagegen auf die normalen Nachrichtenseiten, glaubte man allenfalls, ein Gewitter sei im Anmarsch.

9. Februar 2016

Das deutsche Fernsehen angesichts des Todes von Roger Willemsen

Fans trauerten auf Facebook und Twitter, auch Newsmedien, Fernsehen und Zeitungen brachten große Nachrufe: Der Autor und TV-Moderator Roger Willemsen ist mit 60 Jahren gestorben. Das ist wirklich traurig, denn Willemsen hatte die außergewöhnliche und seltene Gabe, Unterhaltung und Anspruch zu vereinen. Er war schlagfertig und belesen, charmant und kritisch, unterhaltend und intellektuell zugleich. Ein Kuriosum in Deutschland.
Zur Schande des Mediums wendete Willemsen sich recht früh vom TV ab. Er war desillusioniert, er glaubte nicht mehr an das Fernsehen, es war ihm zu quotenorientiert. Willemsen passte nicht in die deutsche Fernsehlandschaft: Neben Gründen wie Quotendruck und unflexiblen Strukturen ist das vor allem unserer Kultur geschuldet.