Posts mit dem Label ZDF werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label ZDF werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

30. November 2017

Vormodernität im digitalen Zeitalter - Über das öffentlich-rechtliche Fernsehen

Gestern lief im SWR eine Sendung zum Thema „Brauchen wir öffentlich-rechtliches Fernsehen?“. Neben Politikern, SWR-Intendant und -Justiziar waren auch interessierte Bürger dabei – ich kam drauf, weil auch Blogger Torsten Dewi eingeladen war. 

Die Sendung war als eine Art "Townhall-Meeting" konzipiert und ließ sich auch ganz unterhaltsam an. Doch weder TV-Journalisten, noch Regisseure waren anwesend. Ist das nicht verrückt? Wir reden übers Fernsehen und kein Fernsehmacher ist anwesend! Es war in etwa so, als gäbe es einen Eishockey-Talk und neben dem DEB-Präsidenten und seinem Justiziar wären noch Anton Hofreiter und Frauke Petry dabei.
Funktionäre, Bürokraten und Politiker reden über ein kreatives Medium. Das ist Deutschland.

18. Juni 2016

ARD, ZDF und die Europameisterschaft. Ein Lob.

Dass die Glaubwürdigkeit der Medien sinkt ist kein Grund zur Schadenfreude. Vielmehr verstärkt es das Bauchgefühl, in einer krisenhaften Epoche zu leben, in der die wichtigsten Institutionen immer weniger im Griff haben.
Gerade die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten provozieren durch eine oft selbstgerechte Haltung, die sich auf den Wettbewerbsvorteil der Haushaltsabgabe stützt. Diese ist als Nachfolger der lustigen GEZ-Spione eine Steuer, die Wohnungsbewohner zwingt, Öffentlich-Rechtliche Medien zu konsumieren. Wer sich jetzt denkt „das gibt es doch nur in Weißrussland“, der sei auf den WDR-Chefredakteur Jörg Schöneborn verwiesen, der die Steuern als „Demokratie-Abgabe“ bezeichnet. Ich halte es hier eher mit der Kanzlerin und beklage unsere „Zwangsmitgliedschaft“ (min 3:20).

9. Februar 2016

Das deutsche Fernsehen angesichts des Todes von Roger Willemsen

Fans trauerten auf Facebook und Twitter, auch Newsmedien, Fernsehen und Zeitungen brachten große Nachrufe: Der Autor und TV-Moderator Roger Willemsen ist mit 60 Jahren gestorben. Das ist wirklich traurig, denn Willemsen hatte die außergewöhnliche und seltene Gabe, Unterhaltung und Anspruch zu vereinen. Er war schlagfertig und belesen, charmant und kritisch, unterhaltend und intellektuell zugleich. Ein Kuriosum in Deutschland.
Zur Schande des Mediums wendete Willemsen sich recht früh vom TV ab. Er war desillusioniert, er glaubte nicht mehr an das Fernsehen, es war ihm zu quotenorientiert. Willemsen passte nicht in die deutsche Fernsehlandschaft: Neben Gründen wie Quotendruck und unflexiblen Strukturen ist das vor allem unserer Kultur geschuldet.