13. Juni 2016

Schland

Wenn nun gleich #dieMannschaft spielt bei der Fußball-Europameisterschaft, öffnen sich Abgründe für Nicht-Fußball-Fans. Sogar seriöse Nachrichtensendungen machen gerne mit der Ankunft des Nationalteams am Stadion auf (aktuell ist die Euphorie aufgrund des unfassbaren Massakers in Orlando/Florida allerdings gedämpft).
Schland ist seit dem Sommermärchen 2006 dauerhaft trending topic. Behauptet man gegenüber Schland-Fans, die Europameisterschaften von 2000 und 2004 seien die besten Turniere überhaupt gewesen, löst man Kopfschütteln aus, da die Deutschen jeweils früh ausschieden. Dabei widersprechen nur wenige Experten und Fußballliebhaber dieser Meinung.

10. Juni 2016

Werden Sie US Präsident!

Zu meinen Lebzeiten und in meiner Erinnerung gab es noch nie zwei Präsidentschaftskandidaten, die so unbeliebt waren. Die Skurrilitäten des politischen Maniac Donald Trump sind zu zahlreich, um sie aufzuzählen. Deshalb sei nur sein jüngster Unterstützer genannt: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un.
Hillary Clinton ist ein Politprofi. Das klingt nur für Europäer vielversprechend.

2. Juni 2016

Zur Armenienresolution

Der britische Abenteurer T. E. Lawrence verarbeitete 1919-1926 seine Erlebnisse im Orient in "Die sieben Säulen der Weisheit". Aus diesem Werk der Weltliteratur stammt der bis heute bekannteste Text über das Schicksal der Armenier: "Die Männer hatte man hingerichtet. Die Frauen und Kinder mitten im Winter nackt und hungrig in die Wüste hinaus getrieben. Jedem Vorüberkommenden zur Beute - bis der Tod sie erlöste. Die Jungtürken hatten die Armenier vernichtet." Dass es Völkermord war, ist nicht nur hierzulande Common Sense. Also gibt es wohl an der Tat der „Jungtürken“ keine Zweifel. Das Deutsche Kaiserreich war mit ihnen verbündet und sah gerne weg – brauchte man die Türken doch als einen der letzten Verbündeten im Ersten Weltkrieg. Wer aber hat unsere Parlamentarier zu Historikern gemacht? Ein Urteil ist Aufgabe der Historiker, nicht die unserer Parlamentarier. Eine Verurteilung wäre Aufgabe eines Gerichtshofes, nicht die unserer Parlamentarier. Diese haben die Rahmenbedingungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenlebens zu gestalten und zu bewahren.

30. Mai 2016

Das Unwetter und die Medien

Heute Nacht ist ein schweres Unwetter über Teile Süddeutschlands hinweggefegt. Es gab Tote und Verletzte. In Braunsbach, in der Hohenlohe im nördlichen Baden-Württemberg, sieht es aus, als wäre ein Damm einer Talsperre gebrochen: Es wirkt, als wäre ein Gewitter heruntergekommen, wie es im Schnitt nur alle 100 Jahre geschieht.
Der Wetterservice von Jörg Kachelmann, den ich auf Facebook abonniert habe, veröffentlichte den ganzen gestrigen Tag Warnhinweise. Etwa gab es mehrere Livestreams von Meterologen, mit vielen Detailvorhersagen. Mir war stundenlang klar, dass sich da etwas zusammenbraute, obwohl ich gar nicht in Süddeutschland wohne. Verließ man sich dagegen auf die normalen Nachrichtenseiten, glaubte man allenfalls, ein Gewitter sei im Anmarsch.

5. Mai 2016

Trumps Triumph

Donald Trump hat die Vorwahlen zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten gewonnen, seine Widersacher Ted Cruz und John Kasich haben soeben aufgegeben. Der Populismus gewinnt in der republikanischen Partei Oberhand, zumindest vorläufig. Sascha Lobo kommt zu dem Schluss:
"Trumps Erfolg hängt stark mit medialen Entwicklungen zusammen und basiert auf der Ablehnung von "Politischer Korrektheit", Trumps vermeintlicher Unabhängigkeit von Medien und Geld und auf Irrationalität." 
Die Analyse ist lesenswert, dennoch greift sie zu kurz. Anders als Lobos Kolumne suggeriert, hängt Trumps Erfolg nur zum kleineren Teil mit aktuellen Entwicklungen zusammen. Trumps Wähler fühlen sich hinters Licht geführt. Und das hat Ursachen, die sich schon vor der Internet-Ära manifestierten.